Was wir erreicht haben

Jahresrückblick 2020

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
liebe Leserinnen und Leser unseres Newsletters,

mit Abstand  war 2020 das kurioseste Jahr in unserer Erinnerung: In die Bank darf man nur mit Gesichtsmaske · Demonstrationen werden nur unter Umgehung des Vermummungsverbots genehmigt · Statt Hände zu schütteln, verrenken wir uns die Arme · Ganz normal wirkende Bürger hamstern Toilettenpapier ·  Politiker jeglicher Couleur und geografischer Herkunft trompeten wild durcheinander · Dagegen grölen im Chor seltsam gestimmte Menschen von Corona-Diktatur · Offenbar sind auch Logik und Vernunft von diesem Virus arg angegriffen.

Trotzdem: Wir haben in diesem Jahr viel erreicht. Und deshalb steht unser Dank an erster Stelle. Ohne Ihre moralische und finanzielle Unterstützung, ob als DPNW-Mitglied, Spender*in oder Mutmacher*in wäre alles, was wir 2020 auf die Beine gestellt haben, nicht möglich gewesen. Danke dafür!


- Wir haben dafür gesorgt, dass die Telefontherapie zeitweise ganz und derzeit zumindest teilweise noch erlaubt ist. Unser Ziel: Wahlfreiheit von Video- und Telefontherapie für Patienten und Behandler.

- Durch unseren massiven Widerstand haben wir die Einführung der Telematik-Infrastruktur immer wieder verzögert.

- Beim Thema Terminservicestellen konnten wir erreichen, dass Praxen, die keine Termine frei haben, also ausgelastet sind, keine Sprechstunden, Akutbehandlungen oder probatorische Sitzungen anbieten müssen.

- Wir haben eine eigene Terminvergabe ins Leben gerufen, bei der freie Therapieplätze (nicht Termine) durch Psychologen vergeben werden. Damit fällt die telefonische Bereitschaft weg.

- Wir haben dafür gesorgt, dass das Gutachterverfahren für Gruppen ganz abgeschafft wurde. Und das Gutachterverfahren für Einzeltherapien durch ein anderes Verfahren ersetzt wird.

- Wir haben dafür gesorgt, dass die gematik für die Kosten des fehlerhaften Konnektor-Updates im Frühjahr 2020 aufkommen musste.

- Wir haben den Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber für die Probleme mit der elektrischen Patientenakte sensibilisiert. Das steht bei ihm jetzt ganz oben auf der Agenda!

- Wir haben den Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen), die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und das elektronische Rezept erfolgreich blockiert.

- Wir haben der Patientenbefragung durch das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) Einhalt geboten. Patienten müssen jetzt vor jeder Weiterverwertung ihrer Daten gefragt werden.

- Wir haben die Kassenärztlichen Vereinigungen davon überzeugt, die Abschlagszahlungen für Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund der Corona-Krise weniger verdienten, nicht zu senken. 

- Zusammen mit Ärzten, Patienten und Datenschützern gründeten wir das Arbeitsbündnis gegen Datenmissbrauch in der Medizin. So erhöhen wir gemeinsam den politischen Druck auf die Akteure im Gesundheitswesen. Die hohe Verweigerungsrate gerade bei uns Psychotherapeuten, spricht für sich.

- Zu Beginn des Jahres haben wir mitgewirkt, dass die Ausgabe von Praxis- und Arztausweisen unterbunden wurde, da der Chaos Computer Club verheerende Datenlecks offenlegte.

- Wir haben die regelmäßigen Sprechstunden für Kolleginnen und Kollegen zu wichtigen und relevanten Themen ins Leben gerufen. Diese Einrichtung ist einmalig unter den Berufsverbänden. 

- Für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten besteht auch Dank unserer Interventionen keine Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Auch Patienten können auf die Masken verzichten.

- 7 Befragungen unter Kolleginnen und Kollegen aber auch unter Patientinnen und Patienten durchgeführt: u.a. Umfrage zur elektronischen Patientenakte, zur Videosprechstunde in der Psychotherapie, zur Maskenpflicht in psychotherapeutischen Praxen, Zufriedenheit mit dem Praxisverwaltungssystem.

- zahlreiche Pressemitteilungen, die teilweise großes überregionales Interesse bewirkt haben, heraus gegeben

- berufspolitische Arbeit trotz erschwerter Bedingungen weitergeführt. Wir sind auch mit Maske am Ball geblieben

- Wir führen Musterklagen gegen die TI-Kürzungen erreicht

- Eine Verfassungsklage gegen die TI-Kürzungen begonnen

- Eine Verfassungsklage gegen die Lotsenregelung begonnen

- Ein Austauschforum zum überregionalen Austausch von Telematik-Gegnerin eingerichtet

- 52 wöchentliche Newsletter (wie diesen) verfasst und versendet.

 

Woran wir noch arbeiten:

- der Test der Praxisverwaltungssoftware. Wird leider erst Anfang 2021 fertig sein. Es war aufwändiger, als wir zunächst gedacht haben.

- die wissenschaftliche gestützte 2. Befragung von Versicherten zu deren Haltung zur ePA und deren Bereitschaft, diese zu nutzen. Auch das hat sich aufwändiger gestaltet, als erhofft. Dito ist Fertigstellung in den ersten Januarwochen geplant. Auch hier sind wir auf der Zielgeraden.

- unsere Webseite zu verbessern. Leider hatten wir noch nicht das ausreichende Kapital, um die Seite professionell neu gestalten zu lassen. Wir versuchen unser bestes, es selbst hinzubekommen.

- das Forum für den Austausch mit den Anbietern der Praxisverwaltungssoftware. Dies hängt unmittelbar mit dem dem Test der Praxisverwaltungssoftware zusammen. Kommt also bald

- die Kommunikationsplattform für Psychotherapeuten mit einem neuen Sicherheitskonzept veröffentlichen. Es wird KIM, Videosprechstunde, "Telegram" und "Dropdop" ohne Zugriffsmöglichkeit von außen sein. Technisch ist das ganze fertig - die Verzögerung liegt an mir: ich bin mit dem mit der Bedienung noch nicht zufrieden: es soll für jede Kollegin und jeden Kollegen leicht zu bedienen sein. Egal, welche Vorkenntnisse sie/er hat!  

- das Buch "Die elektronische Patientenakte - wie Gesundheitsdaten mobil werden" - hieran schreibe ich täglich. Ich hoffe, im ersten Quartal fertig zu sein.

- das Buch "The missing manual - unbekannte methodenübergreifende Interventionen". Das Buch ist im Schlusslayout (Druckvorbereitungsstufe)

 

Wer sind wir – wer macht das alles?

Nun, eine berechtigte Frage. Wir haben einen Stamm von 3 festangestellten Mitarbeitern, 5 studentischen Hilfskräften, 11 Mitarbeitern auf Honorarbasis und vielen ehrenamtlich engagierten Kolleginnen und Kollegen.

Alle haben 2020 mit ganzem Herzblut und vollem Einsatz geholfen, dies alles zu erreichen. Viele haben über das notwendige hinaus neue Ideen und Impulse eingebracht.

An dieser Stelle möchten wir allen, auch wenn sie es aufgrund ihrer Bescheidenheit nicht gerne hören, ganz herzlich danken:

Laura Aschè, Werner Bach, Werner Dinkelbach, Gudrun Falkenstein, Ute Fürmeyer, Thomas Füssl, Matthias Glöckner, Federike Groß, Ulrich Hanfeld, Annette Hauschild, Martin Hobrecker, Bernd Kuck, Leah Langer, Marion Langer, Michael Lennartz, Hannah Lohmann, Helmut Lorscheid, Palina Martinov, Fabian Martinowski, Johanna Merscheim, Cem Özcelik, Claudia Reimer, Ali Sabri, Fuad Salim, Hana Stegert, Kai Stegert, Stefan Streit, Stefan Tischler, Dirk Wachendorf und Robert Warzecha.

Für Ihr oder Euer Engagement

Danke, Danke, Danke

 

Aber es war trotzdem nicht alles zu schaffen. Leider. Denn Justiziarkosten, Rechtskosten und Personalkosten haben uns arg zugesetzt, so dass wir innerhalb des Jahres schweren Herzens leider 2 Teilzeitkräfte entlassen mussten. Anderenfalls würden wir 2021 nicht stemmen können.

Damit es 2021 ungebremst weitergehen kann
"Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeissen können" war einst der Slogan einer Werbekampamgne für eine Zahncreme. Am Schluss biss jemand kraft- und genussvoll in einen Apfel.

Und dass möchten wir auch 2021 können: kraftvoll in sauer Äpfel beissen. Und Zähne zeigen. 

 

Deshalb bitten wir um Ihre Unterstützung!

 

Wenn Sie noch kein Mitglied sind, unterstützen Sie uns mit ihrem Beitrag von 120,- (oder 180 oder 240 Euro). Der Betrag ist selbstverständlich steuerlich absetzbar. 10 Euro pro Monat sichert unsere Arbeit langfristig. Auch den Newsletter, der kostenlos ist. 10 Euro für durchschnittlich 4 Newsletter.

Das Sie nebenbei auch noch Geld sparen können, wollte ich nur am rande erwähnen (Praxisverwaltungssoftware Smarty bis zu 470 € Preisnachlass für Mitglieder, alle DPNW-internen Fortbildungen kostenlos und geben Fortbildungspunkt uvm.)

Werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie!

 

Wenn Sie schon Mitglied sind und unsere Arbeit wertschätzen und unterstützen möchten: machen Sie ein "Upgrade" Ihrer Betragsklasse. 60 Euro mehr pro Jahr sind für Sie vermutlich nicht viel - für uns eine große Hilfe. Geben Sie sich einen Ruck!

 

Wenn Sie Student oder PIA sind: werden Sie Mitglied. Es kostet nichts, solange Sie im Studium bzw. in der Ausbildung sind. Aber wir werden zahlenmäßig stärker. Und bekommen damit auch mehr Biss.

Denn wollen wir nächstes weiter kämpfen können,  damit  Sie auch in Zukunft noch kraftvoll zubeißen können - bzw. Ihren Patientinnen und Patienten helfen können, Zähne zu zeigen und an der richtigen Stelle zu beißen zu können.

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